Zug der Liebe 2026 goes RAW

 Absage der Großdemonstration und strategischer Schulterschluss zur Rettung des RAW-Geländes

Berlin, 29. Juli 2026  Es gibt Jahre, in denen sich die Realität nicht durch bloßen Willen oder lauten Protest aushebeln lässt. Der Zug der Liebe e.V. gibt heute offiziell bekannt, dass die für 2026 geplante Großdemonstration in ihrer gewohnten Form nicht stattfinden wird. Doch anstatt leise zu verschwinden, bündeln wir unsere Kräfte für eine direkte Unterstützung der bedrohten Berliner Kulturlandschaft: Unter dem Motto „Zug der Liebe goes RAW“ schließen wir uns der zeitgleich stattfindenden Kundgebung zum Erhalt des RAW-Geländes an.

Diese Entscheidung ist uns letztlich von einer Gegenwart abgenommen worden, die aus drei massiven Hürden besteht. In ihrem Zusammenwirken machen sie eine reguläre Durchführung der Demonstration in diesem Jahr unmöglich:

Logistischer Engpass: Es ist zunächst ein fast banales Scheitern an der Materie. Zum ersten Mal in der zehnjährigen Geschichte des Zug der Liebe bricht uns die nackte Infrastruktur weg. Durch Ausfälle fehlten derzeit 70 Prozent der bestellten LKW und damit die essenzielle Technik für die angemeldeten Musik-Trucks.

Behördliche Blockaden:  Hinzu kam die zermürbende Realität der Bürokratie. Trotz monatelanger Vorbereitung gab es noch keine abschließende Einigung mit der Versammlungsbehörde bezüglich der 90-dB-Grenze.

Die aktuelle Sicherheitslage: Was diesen Entschluss jedoch unausweichlich machte, ist die spürbare Veränderung des gesellschaftlichen Klimas. Die jüngsten Ereignisse rund um den CSD haben die Lage drastisch verändert. Eine Durchführung des Zug der Liebe würde in diesem Jahr massive Auflagen nach sich ziehen, von physischen Wegfahrsperren über lückenlose Personenkontrollen bis hin zu einer massiv aufgerüsteten Polizeipräsenz. Der Zug der Liebe stand immer für einen unbeschwerten, angstfreien Raum des Protestes. Eine Demonstration unter dem aktuellen, allgemeinen Angstgefühl und derart restriktiven Rahmenbedingungen widerspricht der Grundidee der Veranstaltung fundamental.

Der Schulterschluss: Zug der Liebe goes RAW

Trotz dieser Rückschläge wird die Energie der beteiligten Kollektive und Wagenbetreiber:innen nicht einfach verpuffen. Wir verschieben den Fokus dorthin, wo die Not der Berliner Subkultur aktuell am größten ist.

Die Integration in den Kampf um das RAW-Gelände ist der einzig logische Schritt. Das Thema prägt die interne Ausrichtung des Teams bereits seit Längerem maßgeblich. Da Jens Schwan als ehrenamtlicher Pressesprecher für das RAW-Gelände (SKL) tätig ist, verschmelzen hier zwei Kernanliegen zu einer gemeinsamen, lauten Stimme.

Wir supporten mit allen noch verbliebenen, eigenfinanzierten Trucks die, von Maria Bischof geplante, RAW-Demo und positionieren uns dort. Eher Kundgebung mit Musik, denn rollende Demo.

Den musikalischen und solidarischen Abschluss des Protesttages wird eine Afterparty im Ritter Butzke bilden, bei der die beteiligten Kollektive die verschiedenen Floors bespielen und ihre Plattform erhalten.

Mit dabei:

  • SACHSENTRANCE
  • POLYAMOR
  • BASSTRONAUTEN / OSTFUNK
  • TECHOBST
  • KINDER DER NACHT
  • DER WEISSE HASE
  • R.C.S. (mit Vorwärts Musik und Beenoise Records)
  • HOUSE OF VENUS
  • VOLUME BERLIN REC.

Der Zug der Liebe sagt nicht ab. Er geht dorthin, wo er in diesem Jahr am wichtigsten ist. Weitere Details zur der RAW-Demo und dem  Line-up im Ritter Butzke folgen in den kommenden Tagen.

Pressekontakt:

  • Zug der Liebe e.V.
  • Jens Schwan
  • presse@zugderliebe.org
  • 0163-43 68 524