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	<title>FÜR Archive - ZUG DER LIEBE</title>
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	<title>FÜR Archive - ZUG DER LIEBE</title>
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		<title>Wir machen sichtbar! Motto 2022</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zugadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Mar 2023 16:57:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Was sind die kleinen Dinge im Leben, die zählen? Die klare Stille am Morgen, ein Tag im Bett ohne Termine oder Anderen mal ganz selbstverständlich helfen!? Zeit und Arbeit investieren, von denen Freunde und Kollegen nicht mal genau wissen, um wie viele Stunden es dabei geht ist häufig ein Investment, das sich nicht einmal auszahlt. Zumindest nicht auf einem Bankkonto. Die Währung hier heißt Danke &#38; Bitte versüßt mit einem</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4>Was sind die kleinen Dinge im Leben, die zählen? Die klare Stille am Morgen, ein Tag im Bett ohne Termine oder Anderen mal ganz selbstverständlich helfen!? Zeit und Arbeit investieren, von denen Freunde und Kollegen nicht mal genau wissen, um wie viele Stunden es dabei geht ist häufig ein Investment, das sich nicht einmal auszahlt. Zumindest nicht auf einem Bankkonto. Die Währung hier heißt Danke &amp; Bitte versüßt mit einem Lächeln. Und im Extremfall steht am Ende auch mal ein gerettetes Leben auf der Habenseite. Das ist gelebte Nächstenliebe als Freizeitbeschäftigung. Zusammen mit anderen Menschen anpacken, auch wenn wir mal grade keine Lust haben, müde sind oder verärgert und selbst Probleme haben. „Trotzdem helfen …“ ist hier die Zauberformel.</h4>
<h4>Der Zug der Liebe e.V. macht seit 2015 solche Helfer*innen sichtbar. Denn „Sichtbar machen“, das heißt für uns: Kleinen soziale Organisationen und Berliner Vereinen, eine große Präsentationsfläche zu geben. So erreichen Ehrenamtliche und deren gemeinnützige Organisationen, die sonst eher unter dem Radar laufen, ein Vielfaches an Spendern oder etwaigen neuen Mitgliedern.</h4>
<h4>Sichtbar machen, das bedeutet für uns aber auch, dass alle teilnehmenden Vereine von unserer Reichweite und unserem Netzwerk profitieren und als Schirmherr eines LKWs Aufmerksamkeit für ihre tägliche Arbeit bekommen. Und das waren in der Vergangenheit nicht wenige: In den sieben Jahren, die der Zug der Liebe jetzt existiert, haben rund 50 gemeinnützige Vereine und Organisationen an den Demonstrationen teilgenommen.</h4>
<h4>Wir machen sichtbar, sind aber auch selbst aktiv und sehen unsere Aufgabe längst nicht mehr nur in der Unterstützung anderer gemeinnütziger Organisationen, sondern packen auch selber an.</h4>
<h4>2020 wurden mit dem „Tag der offenen Tür“ Kiezfeste für gemeinnützige Vereine organisiert. Unsere „Winterhilfe für Obdachlose“ wird immer mehr ausgeweitet. Es gab DJ Workshops mit Kindern der Charlie-Chaplin-Schule und Beteiligungen an den „Berliner Freiwilligentagen“, sowie Aktionen im Rahmen des „wirBERLIN“ Projekts. Wir initiierten zusammen mit der Berliner Clubkultur große Plakataktionen gegen die AfD sowie aktuell eine „Anti GHB“ Kampagne und unterstützen aktiv „Food 4 Homeless“, „Moabit hilft“ und das „Berliner Tierheim“.</h4>
<h4>Dank der Hilfe unseres Netzwerkes und engagierter Kollektive, Veranstalter &amp; Clubs ist die Teilnahme am Zug der Liebe für alle Vereine generell kostenfrei.</h4>
<h4>Wir machen sichtbar!</h4>
<h4>#wirmachensichtbar – ist das offizielle Motto und das Hashtag vom Zug der Liebe 2022</h4>
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		<title>Für ein tolerantes Zusammenleben ohne Pegida</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zugadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Jul 2017 09:00:32 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>GEGEN Pegida ist definitiv ein Thema für uns. Wir haben öfter drüber gesprochen, und dachten: Na mal schauen wie lange der Spass noch anhält&#8230; denn letztlich demontieren sich solche Gruppierungen doch oft recht schnell selbst. Aber Pegida hat trotz Hitlerbärtchen Affäre von Lutz Bachmann, trotz RTL Reporter, trotz Hooligans, trotz Frau Oertel, trotz Pro NRW immer noch nicht genug. Seit Ende März wird es nach einem kurzen Aufschwung nun doch</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>GEGEN Pegida ist definitiv ein Thema für uns. Wir haben öfter drüber gesprochen, und dachten: Na mal schauen wie lange der Spass noch anhält&#8230; denn letztlich demontieren sich solche Gruppierungen doch oft recht schnell selbst.</p>
<p>Aber Pegida hat trotz Hitlerbärtchen Affäre von Lutz Bachmann, trotz RTL Reporter, trotz Hooligans, trotz Frau Oertel, trotz Pro NRW immer noch nicht genug. Seit Ende März wird es nach einem kurzen Aufschwung nun doch endlich weniger. Zu den Kundgebungen kommen immer weniger Menschen. In Dresden, der Hochburg der Islamkritiker hat sich die Zahl der Demonstranten binnen zwei Wochen sogar gedrittelt. Aber knapp 3000 Demonstranten sind immer noch viel zu viel. Immerhin geht Pegida seit Oktober in Dresden auf die Straße, und konnte in Spitzenzeiten bis zu 25.000 Menschen mobilisieren. Damit ist es glücklicherweise vorbei. Aber ob sich groß was in der Denke derer, die nicht mehr dort hingehen, geändert hat, bleibt indes fraglich.</p>
<p>Die Menschen, die da mitlaufen, müssen einfach Verantwortung dafür übernehmen, wenn sie neben ganz eindeutig rechtsextremistischen Gruppierungen im Zentrum dieser Märsche auf der Straße einher laufen. Dich bestimmt nicht was du denkst, sondern wie du handelst. Und wenn du neben einem Nazi läufst, dann ist es vollkommen egal, ob du eine andere Meinung hast.</p>
<p>Klar können nicht alle Teilnehmer der Demonstrationen von Pegida und ihrer Ableger als Rechtsextreme stigmatisiert werden, und bei vielen ist es sicher nur ein Beißreflex gegen eine schweigende Regierung, von der sie sich verlassen fühlen. Als Rechtfertigung des eigenen Tuns reicht das nicht im geringsten. Und für die &#8222;Wir sind das Volk!“-Rufe sollten sich alle zutiefst schämen. Wir wollen nicht, dass Deutschland der Welt das Bild einer dumpfen Meute vermittelt, die nationalistisch auswuchernd unsere Städte einnehmen will.</p>
<p>Pegida erzeugt eine gewaltvolle Stimmung. Es gibt Einschüchterung und Bedrohung. Es gibt ganz konkret physische Gewalt. Hier toben sich schlicht und einfach Menschenhass und Empathielosigkeit aus.<br />
Wir brauchen aber mehr denn je ein offenes Miteinander und Distanzierung von jeglicher Art der Diskriminierung. Der Zug der Liebe ist hoffentlich ein Signal und ein Statement an alle, dass Deutschland nicht Pegida ist, dass Diskiminierung hier keine Mehrheit findet.</p>
<p>Und wir hoffen, dass Typen wie der hier, mal umdenken und begreifen was sie bejubeln. Das ist ein Kommentar auf der Zug der Liebe Facebookseite.</p>
<p><em>&#8222;Gegen Pegida &#8211; da bin ich raus. Hättet ihr euch mit den Botschaften und Zielen der Bewegung befasst, hättet ihr merken können, dass sich die Ansichten der Pegida-Bewegung besser mit euren Zielen hätten vereinbaren lassen als die der Gegner. Schade, ansonsten nämlich eine gute Sache.&#8220;</em></p>
<p>Jens Hohmann</p>
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		<title>FÜR den Erhalt von Grünflächen in Berlin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zugadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Jul 2017 09:47:03 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir setzen uns ein für den Erhalt bestehender Grünflächen gegen eine profitorientierte Bebauung, die weder zur Lösung der Wohnungsproblematik, noch zum Erhalt gewachsener Kiezstrukturen beiträgt. Mehrere Bürgerinitiativen, die im Netzwerk für soziale Stadtentwicklung zusammenarbeiten, machen sich stark gegen die Bebauung von Grünflächen und Kleingärten. Berlin ist eine der wenigen Städte mit so vielen Grünflächen und Parks, die massiv für das Wohlbefinden und bessere Luft in der Stadt sorgen. Die forstschreitende</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir setzen uns ein für den Erhalt bestehender Grünflächen gegen eine profitorientierte Bebauung, die weder zur Lösung der Wohnungsproblematik, noch zum Erhalt gewachsener Kiezstrukturen beiträgt.</p>
<p>Mehrere Bürgerinitiativen, die im Netzwerk für soziale Stadtentwicklung zusammenarbeiten, machen sich stark gegen die Bebauung von Grünflächen und Kleingärten. Berlin ist eine der wenigen Städte mit so vielen Grünflächen und Parks, die massiv für das Wohlbefinden und bessere Luft in der Stadt sorgen. Die forstschreitende Luxusbebauung muss gestoppt werden, denn es ist weitaus nötiger bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Für Eigentumswohnungen und City Lofts Parks und Grünflächen zu opfern, ist langfristig die völlig falsche Richtung. Das viel zu nahe Verhältnis zwischen Politik und Bauherren zeigt sich auch in der aktuellen Stadtentwicklungspolitik.</p>
<p>Das &#8222;<a href="http://www.netzwerk-buergerbeteiligung.de/buergerbeteiligung-foerdern/soziale-stadtentwicklung-buergerbeteiligung/">Netzwerk für soziale Stadtentwicklung</a>&#8220; hat dabei vor allem den nördlichen Mauerpark und den Landschaftspark Lichterfelde-Süd im Auge. Auf allen drei Grünflächen plant die Firma Groth Neubauten.</p>
<p>Die Bürgerinitiativen wollen vor allem mehr Mitbestimmung. Eine stärkere und bessere Bürgerbeteiligung ist wichtiger denn je, denn wir als hier lebende Menschen sollten angehört werden, bevor Bauprojekte bewilligt werden &#8211; und nicht erst hinterher.</p>
<p>Kleingärten und Parks sind längst in allen Großstädten für die sogenannte Biodiversität (dem Zusammenwirken aller einheimischen Tiere und Pflanzen einer Umgebung) unverzichtbare Bestandteile des Stadtklimas geworden, und auch dringend nötig, um der Feinstaub Belastung entgegen zu wirken.</p>
<p>“Derzeit stellt der Senat rund 80 Millionen Euro für die Pflege der öffentlichen Grünflächen pro Jahr zur Verfügung”, informiert Beate Profé, Referatsleiterin für Stadtgrün und Freiraumplanung bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. “Die 80 Millionen entsprechen etwa der Hälfte der Summe, die vor zehn Jahren im Haushalt stand.” Im Gesamtbudget aller Berliner Bezirke entspricht das einem Anteil von rund sechs Prozent. Wie viel Geld der Senat für die Pflege zur Verfügung stellt, wird jedes Jahr aufs Neue verhandelt.</p>
<p>Jens Hohmann</p>
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		<title>FÜR mehr Jugendförderung und Schutz</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jul 2017 09:00:16 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir möchten auf Themen wie Kinderarmut, Bildung und Chancengleichheit aufmerksam machen. Das tun wir auf mehreren Ebenen. Bis zu 2.500 Kinder und Jugendliche geraten in Deutschland jährlich auf die Straße. Wahrscheinlich ist aber, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. In Deutschland leben 2,5 Millionen Kinder in Armut, in Berlin ist jedes dritte Kind betroffen. Im Berliner Bezirk Marzahn Hellersdorf sind bspw. bis zu 70 % der unter 18jährigen im näheren</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir möchten auf Themen wie Kinderarmut, Bildung und Chancengleichheit aufmerksam machen. Das tun wir auf mehreren Ebenen. Bis zu 2.500 Kinder und Jugendliche geraten in Deutschland jährlich auf die Straße. Wahrscheinlich ist aber, dass die Dunkelziffer wesentlich höher ist. In Deutschland leben 2,5 Millionen Kinder in Armut, in Berlin ist jedes dritte Kind betroffen. Im Berliner Bezirk Marzahn Hellersdorf sind bspw. bis zu 70 % der unter 18jährigen im näheren und weiteren Umfeld von Hartz IV betroffen. Viele der Kinder in dieser Umgebung haben bereits in der 1. Klasse große Schwierigkeiten mit dem Lernstoff. Um Kindern und Jugendlichen bessere Chancen für ein selbstbestimmtes Leben zu geben, wurde im April 2010 das Kinder-und Jugendhaus Bolle Straßenkinder e.V.<br />
eröffnet. Mit vielen Freizeit-und Bildungsangeboten wird so aktiv gegen Kinder-und Bildungsarmut vorgegangen. Der Straßenkinder e.V. wird durch die Schirmherrschaft eines Demonstrationswagens die Aufmerksamkeit der Teilnehmer auf die Kleinsten, Schwächsten und all jene lenken, die nicht in der Lage sind, ihr Leben alleine zu meistern.</p>
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		<title>FÜR eine kulturorientierte Senatspolitik</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jul 2017 08:00:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wir setzen uns FÜR den Erhalt der vielfältigen Landschaft aus Clubs, Musik- und Tanzveranstaltungen ein, die mit Leidenschaft und aus einem kulturellem Impuls heraus organisiert werden. Woanders marschieren die Pegidas &#38; Co. – während wichtige Zeichen für Toleranz und Miteinander in Berlin – wie etwa der Karneval der Kulturen oder die Fête de la Musique, um ihre Existenz kämpfen müssen Beispiel Fête de la Musique: Die Fete war bislang eine</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir setzen uns FÜR den Erhalt der vielfältigen Landschaft aus Clubs, Musik- und Tanzveranstaltungen ein, die mit Leidenschaft und aus einem kulturellem Impuls heraus organisiert werden. Woanders marschieren die Pegidas &amp; Co. – während wichtige Zeichen für Toleranz und Miteinander in Berlin – wie etwa der Karneval der Kulturen oder die Fête de la Musique, um ihre Existenz kämpfen müssen Beispiel Fête de la Musique: Die Fete war bislang eine als „Straßenfest“ klassifizierte Veranstaltung. Nun stuft die GEMA die Fête nicht mehr als Stadtfest, sondern als Konzert ein. Das bedeutet für die Organisatoren eine Kostensteigerung von 63% bei den GEMA-Gebühren. Das alleine verschlingt nun fast 1/5 der gesamten Budgets! Die Fête darf, laut internationale General Agreement, keine Einnahmen erzielen und findet ausschließlich auf einer kulturellen, sozialen, gemeinnützigen Basis statt. Das ist der GEMA aber herzlich egal – sie verlangt trotzdem mehr Gebühren. Bereits bei den Berliner Clubs so beliebt wie die Fifa in einer Favela in Rio de Janeiro, arbeitet die momentan noch einzige Verwertungsgesellschaft nach Kräften daran, ihre Unbeliebtheit weiter zu steigern. Denn wie die Fete mit einer Erhöhung der Gebühren fertig werden sollen, interessiert die GEMA natürlich nicht mehr. Dank einem Einspringen der Lotto-Stiftung bleibt uns das Fest in Berlin vorerst bis 2017 erhalten. Für die Zeit danach gibt es noch keine Ideen. Wir lieben die Fête de la Musique und wollen, dass sie erhalten bleibt!</p>
<p>Ausgerechnet in einer Zeit, in der allerorten rechts Gesinnte aufmarschieren, ist die Zukunft dieser gleichermaßen friedlichen wie bunten Veranstaltungen, die auch als Tourismusmagnet ein buntgemischtes Völkchen Musikfreunde anzieht, mehr als ungewiss. Die Senatspolitik, allen voran die Abteilung für Kulturelle Angelegenheiten, schweigt dazu beharrlich. Weder hören wir neue Vorschläge zur Finanzierung noch ein Eintreten gegen die Einstufung der Fete als Konzert. Das finden wir ganz und gar nicht liebevoll – und fordern hier mehr Einsatz für ein liebenswertes Berlin!</p>
<p>Beispiel Karneval der Kulturen: Der Karneval ist eines der größten und fröhlichsten Straßenfeste Deutschlands und wird, trotz hoher sechs- oder manchmal gar siebenstelliger Besucherzahlen, vom Senat ebenfalls finanziell kurz gehalten. Dabei ist der Karneval für die Tourismusindustrie Berlins äußerst attraktiv. Noch nie waren ausreichend finanzielle Mittel vorhanden, um den Karneval umfänglich zu finanzieren – wobei nicht gemeint ist, dass irgend ein Teilnehmer daran Geld verdienen würde. Bislang mussten Künstler, Artisten,Tänzer und Wagenmacher immer Geld mitbringen, um am Karneval der Kulturen teilnehmen zu können: Kostüme, Proberäume, Reisekosten oder Wagen: Alles kostet Geld, für das es niemals auch nur ansatzweise eine Kompensation gab. Die Folge: 2012 schmiss das bisherige Orga-Team aus der Werkstatt der Kulturen hin. Mit den kargen Zuwendungen vom Senat und den Einnahmen aus dem Blücherstraßenfest konnten die immer weiter gestiegenen Unkosten nicht mehr finanziert werden.</p>
<p>Das führte dazu, dass die Aktivisten, Gruppen, Teilnehmer und Fans des Karnevals eine Petition starteten, die nach monatelangem Tauziehen den Berliner Senat endlich dazu gebracht haben, sich ab 2015 stärker für das völkerverbindende Ereignis einzusetzen. Für manche Gruppen kommt die Erfüllung ihrer nicht gerade kurzen Forderungsliste durch die Senatsbeauftragte für Integration dennoch zu spät – sie haben ihre Teilnahme wegen ungenügender Vorbereitungszeit für dieses Jahr abgesagt. Das wichtigste Event für eine multikulturelle Gesellschaft in Berlin ist zwar für dieses Jahr quasi „5 nach 12“ gerettet worden, doch über seine langfristige Zukunft wird formal erst im Herbst entschieden. Pikantes Detail: Die Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2016/17 laufen bereits. Und während sich die Karnevalisten mit Hochdruck um den diesjährigen Umzug kümmern, wird hinter verschlossenen Türen in den Ausschüssen des Senats die finanzielle Zukunft des Umzugs bereits ausgehandelt.</p>
<p>Wir lieben den Karneval und wollen, dass er, gerade auch von der Politik, als Ausdruck eines weltoffenen, toleranten, bunten Berlins verstanden wird. Seriöse Schätzungen gehen von bis zu 4 Mio. Euro finanziellem Mehrwert für das Land Berlin aus – da kann es wirklich keine unüberwindbare Hürde sein, wenigstens 10 bis 15% davon für seine Realisierung aufzuwenden. Wir reden hier von einer Größenordnung, in der das Land gerade eine erfolglose Olympia-Bewerbung finanziert hat – nur mit dem Unterschied, dass eine halbe bis ganze Million Besucher garantiert sind. Ein vielfaches dieser Summe bleibt, wie erwähnt, dabei als finanzieller Gewinn für das Land hängen – zusätzlich zu dem, was sich Unternehmen und Akteure der Tourismus-, Musik- und Transportbranche finanziell vom Karneval erhoffen dürfen.</p>
<p>Wir sind gegen die Zerstörung einer sich neu gebildeten Club Kultur durch die Pläne zum weiteren <strong>Ausbau der A100</strong>. Davon sind Else, neue Magdalena, Wilde Renate, about Blank und K:Pax betroffen. Gerade am Ostkreuz hat sich in den letzten Jahren wieder eine Szene gebildet, die für genau das berlin steht, das Millionen junger Touristen in die Stadt strömen lässt, und kreative Menschen anzieht, die Jobs in der Start Up Branche schaffen. Wir sehen es deswegen auch für viel wichtiger an, bessere Anreize zur Nutzung des Nahverkehrs zu schaffen, dessen Preispolitik vollkommen diametral zum eigentlichen Sinn eines günstigen Transportmittels für alle Bevölkerungsschichten steht. Die Autobahnpläne entstammen dem Wunsch einer autogerechten Stadt aus den 1950er Jahren. Wir schreiben das Jahr 2015 und sollten langsam mal umdenken. Über 100 bezahlbare Wohnungen in der Beermannstraße 20-22 werden so zerstört und die Mieter verdrängt. Sollte die Autobahn dann weiter bis Friedrichshain verlängert werden, müssten auch die Häuser der Beermannstraße 16-18 abgerissen werden.</p>
<p>Raimund Raintjes</p>
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		<item>
		<title>FÜR eine menschliche Lösung der europaweiten Flüchtlingsproblematik</title>
		<link>https://zugderliebe.org/fuer-eine-menschliche-loesung-der-europaweiten-fluechtlingsproblematik/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[zugadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Apr 2015 12:37:08 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Als wir das Thema Flüchtlingspolitik aufnahmen, war schon viel passiert. Zuviel. Ganz definitiv zu viel, wobei man bei diesem Thema gar nicht sagen kann, wann etwas zu viel ist, da ein einzelnes Schicksal bereits ein Ausmaß menschlichen Leids erreichen kann, dass wirklich niemand erfahren sollte. Im April ertranken erst 400 Menschen und nachdem wir beschämt sehen mussten, wie eine News a la Klopp verlässt Dortmund, weitaus höher in den Medien</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Als wir das Thema Flüchtlingspolitik aufnahmen, war schon viel passiert. Zuviel. Ganz definitiv zu viel, wobei man bei diesem Thema gar nicht sagen kann, wann etwas zu viel ist, da ein einzelnes Schicksal bereits ein Ausmaß menschlichen Leids erreichen kann, dass wirklich niemand erfahren sollte.</p>
<p>Im April ertranken erst 400 Menschen und nachdem wir beschämt sehen mussten, wie eine News a la Klopp verlässt Dortmund, weitaus höher in den Medien rankt als diese Katastrophe, ertranken 900 Menschen.</p>
<p>Es klingt zwar hart, aber diese europäische Union tötet. Heribert Prantl hat das durchaus richtig formuliert. Sie tötet durch Unterlassung. Durch Verschleppung. Durch Mauern. Durch Nichtstun. Die Abschaffung von Mare Nostrum und Erschaffung von Frontex führte zu mehr Tod. Und die Abschottungspolitik der EU, ohne verstärkte Anstrengungen in den Krisengebieten und echtem Seenotrettungsdienst wird das Mittelmeer weiter mit aufgedunsenen Leichen pflastern.</p>
<p>Die EU sagt, sie könne sich 110 Millionen Euro im Jahr nicht leisten. Zum Vergleich: Soviel kosteten zwei Tage G7 Gipfel in Elmau. Die europäische Politik zwingt die Menschen auf die Schiffe, denn der Landweg ist versperrt.</p>
<p>Wir können hier nur Georg Restle (Monitor) zitieren:</p>
<p><em>„Es ist Mord! Jetzt trauern sie und schämen sich, als hätten sie&#8217;s nicht gewollt: Europäische Spitzenpolitiker, deutsche Regierungsvertreter. Aber nein: Der tausendfache Tod im Mittelmeer &#8211; er ist keine Katastrophe, die wie ein Erdebeben über uns hereingebrochen ist. Er ist das zynisch einkalkulierte Resultat gewollter Politik. Wer die Landgrenzen dichtmacht. Wer Seenotrettungsprogramme einstellt. Wer Bürgerkriegsflüchtlinge in den Botschaften ins Verderben schickt. Der handelt aktiv, vorsätzlich und aus niedrigen Beweggründen. Weil er den Tod Tausender billigend in Kauf nimmt, um andere abzuschrecken. Ein Leichenberg als Mittel der Politik &#8211; das ist tiefstes Mittelalter. Und es ist Mord. Ein Mord, für den die Regierungen Europas verantwortlich sind &#8211; auch wenn sie nie dafür zur Verantwortung gezogen werden. Deshalb: Spart Euch Eure Krokodilstränen! Gesteht Eure Schuld ein &#8211; und übt Euch in tätiger Reue! Wenigstens das!“</em></p>
<p>Diese Menschen brauchen Hilfe. Die Hilfe der EU. Es ist beschämend, dass Menschen wie Harald Höppner allein losziehen, um zu helfen. Es ist beschämend, dass Deutschland, dass sich voller Stolz als Verfechter der Menschrechte darstellt, hier so wenig tut. Deutschland muss sich für eine Neuauflage des Seenotrettungsprogramms Mare Nostrum einsetzen. Unsere Politik muss konsequenter die Fluchtursachen zu bekämpfen. Und die Europäische Union muss sichere Wege für die Flüchtlinge schaffen.</p>
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		<title>FÜR Leben statt Hauptstadtwahn ohne Armut und Gentrifizierung</title>
		<link>https://zugderliebe.org/leben-statt-hauptstadtwahn/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Apr 2015 10:24:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[FÜR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Artikel 14 des Grundgesetzes sagt: &#8222;Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.&#8220; Artikel 14 des Gentrifizierungsgesetzes sagt: &#8222;Eigentum verpflichtet zu höchstmöglichem Profit. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle des Investors dienen.&#8220; Was ist das überhaupt, dieses Gentridingens? &#8222;Gentrifizierung, die: Aufwertung eines Stadtteils durch dessen Sanierung oder Umbau mit der Folge, dass die dort ansässige Bevölkerung durch wohlhabendere Bevölkerungsschichten verdrängt wird.&#8220; So beschreibt der Duden dieses Phänomen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Artikel 14 des Grundgesetzes sagt: &#8222;Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.&#8220;</p>
<p>Artikel 14 des Gentrifizierungsgesetzes sagt: &#8222;Eigentum verpflichtet zu höchstmöglichem Profit. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle des Investors dienen.&#8220;</p>
<p>Was ist das überhaupt, dieses Gentridingens?</p>
<p><em>&#8222;Gentrifizierung, die: Aufwertung eines Stadtteils durch dessen Sanierung oder Umbau mit der Folge, dass die dort ansässige Bevölkerung durch wohlhabendere Bevölkerungsschichten verdrängt wird.&#8220; </em>So beschreibt der Duden dieses Phänomen.</p>
<p>Manchmal sind die Folgen extrem lustig, wenn auch leicht verstörend. Jemand hat mal Anfang 2015 die Infobroschüre einer evangelischen Kirchengemeinde in Berlin-Mitte gepostet. Dabei gings um &#8222;Taufen&#8220; und es waren 29 Namen von Kindern und Erwachsenen zu lesen.</p>
<p>Bitte schön:</p>
<p>Viktor Paul Theodor, Ada Mai Helene, Rufus Oliver Friedrich, Cäcilie Helene, Edvard Neo, Freya Luise Apollonia, Frederick Theodor Heinrich, Leonore Anna Maria Chiara Helena.</p>
<p>Mal abgesehen davon, dass Taufen im Ostteil der Stadt sicher 40 Jahre lang ausgestorben waren, sind die Namen schlichtweg der Kracher, und offenbaren den Wandel der ansässigen Bevölkerung. Der Wortsinn der Gentrification &#8211; der auf die Wiederkehr des niederen Landadels (der Gentry) in den Städten anspielt &#8211; bekommt hier wirklich erschreckenden Realitätsgehalt. Aber hey, das können ja trotzdem auch alles nette Leute sein, und Namen sind eh nur Schall und Rauch.</p>
<p>Fakt ist, die Gentrifizierung macht auch vor Berlin nicht Halt. Was in New York und London schon vor zig Jahren passierte, hält nun auch hier seit einem Jahrzehnt Einzug. Die Künstler bringen Szene, die Szene sorgt für Veränderung und die Veränderung führt zur Verdrängung: An der Gentrifizierung und seinen Auswirkungen kommt kaum eine Großstadt vorbei. Auch nicht Berlin. Besonders stark von der Gentrifizierung betroffen sind dabei ausgerechnet die ehemaligen Arbeiterbezirke Friedrichshain, Kreuzberg, Prenzlauer Berg und Neukölln.</p>
<p>Einiges davon kennt Ihr sicher auch:</p>
<p>Das Projekt &#8222;Mediaspree&#8220;<br />
Die Besetzung des Seniorentreffs in Berlin-Pankow<br />
Der Teilabriss der &#8222;East Side Gallery&#8220;<br />
Die Bebauung des Tempelhofer Feldes und des Mauerparks<br />
Die Doku von Gertrud Schulte Westenberg und Matthias Coers namens &#8218; &#8222;Mietrebellen&#8220;<br />
Das Blu in der Cuvrystraße sein Kunstwerk aus Protest gegen den Luxusinvestorenboom übermalte<br />
Der Horror ums Tacheles Gelände<br />
Die sehr sehenswerte ARD-Doku &#8222;Wem gehört die Stadt?&#8220;</p>
<p>Teilweise gibt es schon Bemühungen, zum Beispiel die sogenanten 22 Milieuschutzgebiete. Jetzt sollen auch Kieze in Moabit und Wedding hinzukommen, um Luxussanierungen und Verdrängungen zu verhindern &#8211; und Mieten niedrig zu halten. ABER: &#8222;Die Möglichkeiten, die Mieten mit der Verordnung zum Milieuschutz zu begrenzen, sind eingeschränkt&#8220;, sagt Baustadtrat Spallek dazu.<br />
Im Prenzlauer Berg hat sich allein zwischen 1995 und 2000 die Hälfte der Bevölkerung ausgetauscht, seit dem Mauerfall insgesamt, man kann es nur schätzen, sind 80 Prozent der Bewohnerschaft neu hinzugezogen.</p>
<p>Die Zahl der Mietwohnungen, die in Eigentum umgewandelt wurden, hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt. Nach Stadtentwicklungssenators Andreas Geisel (SPD) Angaben sind 2011 rund 4700 Wohnungen umgewandelt worden, 2014 seien es schon 9200 gewesen.</p>
<p>Wenn es so weiter geht, kann auch gleich der S-Bahn Ring zu einer Mauer umfunktioniert werden. Die Innestadt wird dann zur Gated Community, in der eine Passkarte für Zutritt sorgt. In den Außenbezirken wohnen dann Alte und Geringverdiener. Klingt total doof und vollkommen überzogen? Klar, eine Mauer ist total unnötig, denn wenn du deine Miete nicht bezahlen kannst, bist du sowieso draußen.</p>
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		<title>FÜR eine nachhaltige Stadtentwicklung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[zugadmin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Mar 2015 19:21:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[FÜR]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wir lehnen die Verdrängung sozial schwacher Bevölkerungsgruppen durch eine Politik der Wohneigentumsförderung ab und solidarisieren uns mit den von Verdrängung und Entmietung betroffenen oder bedrohten Wohn- und Hausprojekten. Wir fordern mehr Sicherheit für selbstorganisierte und nahezu ausschließlich durch Eigenkapital finanzierte Freiräume, gesellschaftliche Experimentierfelder und alternative Kulturflächen. Das bedeutet mehr Engagement der Stadtverwaltung für lokale Strukturen und weniger Unterstützung für Spekulanten. Berlin verändert sich. Das ist normal. Nicht jeder mag das,</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir lehnen die Verdrängung sozial schwacher Bevölkerungsgruppen durch eine Politik der Wohneigentumsförderung ab und solidarisieren uns mit den von Verdrängung und Entmietung betroffenen oder bedrohten Wohn- und Hausprojekten.</p>
<p>Wir fordern mehr Sicherheit für selbstorganisierte und nahezu ausschließlich durch Eigenkapital finanzierte Freiräume, gesellschaftliche Experimentierfelder und alternative Kulturflächen. Das bedeutet mehr Engagement der Stadtverwaltung für lokale Strukturen und weniger Unterstützung für Spekulanten.</p>
<p>Berlin verändert sich. Das ist normal. Nicht jeder mag das, aber es ist der Lauf der Dinge. Wir bauen auf jahrhundertealten Mauern auf; die Stadt wächst nicht nur in die Breite, sondern auch in die Höhe. Inmitten der Stadt haben wir ein Postkartenmotiv geschaffen, das Berlin als Metropole präsentiert. Die Großstadt mit ihren drei beeindruckenden Hochhäusern. Doch das ist nicht das wahre Berlin, und wir glauben, die meisten wollen es auch nicht so. Berlin ist für viele eine Ansammlung kleiner Enklaven, ihre Kieze. Sei es die Leute aus dem Westteil, die teilweise immer noch nicht glauben können, dass die Mauer weg ist, oder die Marzahner, die denken, auf dem Kudamm würde der Bär steppen. Natürlich ist das überzeichnet und pauschalisierend. Die Stadt besteht aus Schwingungen, die zwar nicht immer greifbar, aber dennoch lokale Lebensgefühle vermitteln. Das kleine Schwabenländle rund um den Helmholtzplatz, der Migranten-Kiez Neukölln, das neue Prenzlberg in Friedrichshain und die, äääh, tote Mitte. Dabei wird oft übersehen, dass Mitte der Geburtsort eines der wichtigsten Wirtschaftszweige dieser Stadt war: die vielen Start-ups. Stattdessen geht es oft nur darum, welche Clubs geschlossen wurden.</p>
<p>An allen Ecken gibt es Widerstand. Gegen Veränderung, insbesondere gegen Gentrifizierung. Die Politik übersieht gerne, dass diese Bemühungen nicht nur nostalgischen Fantasien entspringen, sondern auch einen Status quo bewahren wollen, der es mehr als verdient hat, gerettet zu werden. Andernfalls wird diese Stadt austauschbar. Niemand kann das wollen. Berlin ist eine wachsende Stadt. Bis 2030 erwarten wir rund 250.000 zusätzliche Einwohner – das entspricht der Größe eines neuen Berliner Bezirks. Mit dem Bevölkerungswachstum kommen möglicherweise eine höhere Wirtschaftskraft und mehr Wohlstand, aber was passiert mit den Menschen, die davon nicht profitieren? Werden sie einfach nach Brandenburg ausgelagert? Soll die Innenstadt zu einer „gated community“ werden, in der das Einkommen den Zugang bestimmt?</p>
<p>Die bisherige Grundstückspolitik Berlins kann nur als verantwortungslos bezeichnet werden – gegenüber der eigenen Bevölkerung, der Stadtentwicklung und den Finanzen. Dies wurde teilweise gestoppt, aber oft entscheidet beim Verkauf stadteigener Grundstücke noch das höchste Gebot. Die Portfolios von Immobilieninvestoren und Großfirmen sind begrenzt: Büroflächen und Luxuswohnungen stehen auf der Agenda, alles andere bringt kein Geld. Das ist verständlich, aber es darf nicht das letzte Wort sein. Der öffentliche Sektor darf nicht wie ein privater Grundstückshändler agieren. Für Kollektive aus dem Theater- oder Musikbereich bleibt oft nur die Zwischennutzung. Doch gerade diese Kollektive haben Berlin wichtige Impulse für die Stadtentwicklung und zum Image der Stadt gegeben. Es ist an der Zeit, ernsthaft umzudenken.</p>
<p>Wenn Ihr Euch einbringen wollt: <a href="http://www.berlin21.net" target="_new" rel="noreferrer noopener">www.berlin21.net</a></p>
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