Herzensangelegenheiten | Afrika wear design arusha

Wir starten heute unsere neue Reihe „Herzensangelegenheiten“. Wir wollen euch in den nächsten Wochen soziale Projekte und Menschen vorstellen, die uns persönlich am Herzen liegen.Den Anfang macht unser Redakteur Heiko.

Und plötzlich Leiterin eines Entwicklungshilfeprojekts in Tansania…Ob man vor seiner eigenen Haustür etwas Gutes tut, oder in fernen Ländern: Es verbessert auf jeden Fall die Situation auf diesem Planeten. Dies ist die Geschichte von Corinne aus der Schweiz, die ganz unverhofft in die Leitung des Projektes „Afrika wear design arusha“ hineingestolpert ist.

Corinne kam als Touristin im Oktober 2018 nach Tansania. Ihre Absicht gemeinnützige Arbeit zu leisten war zwar vorhanden, aber wie bei vielen anderen hatte sie keinen Plan wie man das genau anstellen sollte. Eine Freundin von ihr berichtete vor der Abreise von dem Projekt „Afrika wear design arusha“, da sie dort als Volunteer gearbeitet hatte. Interessiert dachte Corinne dort auf ihrer Reise auch einmal vorbeizuschauen.

Als sie das Projekt besuchte, war es in keinem einladenden Zustand. Die Gründerin, Marilyn Hokororo (Mama) steckte in großen Schwierigkeiten. Gegründet wurde dieses Projekt von Mama Hokororo im Jahre 2009. Ihre Vision war und ist bis heute: Menschen aus der Stadt Arusha auszubilden und zu beschäftigen. Da viele junge Menschen keinen Zugang zu guter Schulbildung haben und alleinstehende Frauen in diesem Land wenig bis keine Chancen haben einen Job zu finden und damit das nötige Auskommen zu haben, war es Mama Hokororo ein Anliegen, genau diese Menschen von der Straße zu holen und ihnen ein Auskommen zu geben. Etwa 80 % der Tansanier sind Tagelöhner und haben weniger als 2 Dollar pro Tag in der Tasche.

2015 starb der Mann von Mama an einem Herzinfarkt. Daraufhin war es auch für sie schwierig zu überleben, fehlte doch das Einkommen ihres Mannes. Das Projekt „Afrika wear design arusha“ drohte zu sterben. Das Geld fehlte an allen Ecken und Enden, um die ArbeiterInnen auszubilden und bezahlen zu können. Von 2015 bis 2018 arbeitete Mama mit einer knappen Handvoll Frauen und hin und wieder mit der Hilfe von Volunteers von der Hand in den Mund, es reichte kaum zum Überleben.
Das war der Zustand, als Corinne nach Arusha kam und das Projekt besuchte. Sie blieb erst einmal für 4 Monate und half hauptsächlich so viele Besucher und potentielle Käufer wie möglich anzusprechen, um das Projekt zu besuchen und zu unterstützen. Zu der Zeit produzierten die Frauen Schmuck, da er günstig herzustellen war. Es gab zwar einen Webstuhl, doch der funktionierte nicht und fristete ein Schattendasein. Corinne erzählte in Hostels und Volunteerunterkünften von ihrem Herzensprojekt – mit Erfolg. Mit dem eingenommenen Geld wurde der Webstuhl wieder auf Vordermann gebracht und die Frauen begannen Schals zu weben. Corinne war klar, dass sie allen am Besten helfen kann, wenn Sie mit den Frauen Produkte herstellte, die sie in der Schweiz gut an den Mann und die Frau bringen kann, wie zum Beispiel handgewebte Schals oder große Wolldecken in guter Qualität.

Was für Hürden gab es zu nehmen?

Corinne reiste zum Flughafen nach Dar es Salaam um herauszufinden, was der Transport und der Zoll kosten, um die Produkte in die Schweiz zu exportieren. Sämtliche Bestimmungen galt es zu berücksichtigen. Hilfe bekam sie von ihrem Mann, mit dem sie für das Projekt einen Businessplan erstellte und sämtliche Kosten für Produktion, Transport und Zoll zusammenrechnete. Das Thema Buchführung stand auch auf der Agenda. Ein schwieriges Thema, da die Menschen in Tansania es hier nicht so genau nehmen…

Aktuell ist Corinne dabei in der Schweiz einen Verein zu gründen um Spenden annehmen zu können, es wird aktuell dringend ein neues WC benötigt. Immer wieder fliegen Corinne, ihr Mann und auch eine gute Freundin auf eigene Kosten nach Arusha und unterstützen das Projekt, die Erlöse von dem Verkauf sämtlicher Produkte gehen Eins zu Eins nach Tansania, so dass jetzt nach 2 Jahren schon 3 Webstühle in Betrieb sind und 8 Personen beschäftigt werden können. Die meisten in Teilzeit mit der Möglichkeit ihre Kinder mitzubringen.

In Deutschland wird man die Produkte bald kaufen können, es wird unter Hochdruck an einer Vertriebsstruktur gearbeitet

Mehr Infos zu diesem Projekt unter:

www.afrikanwear.com und auf Instagramm unter Afrikan Wear